Senkungszustände im Genitalbereich: Ein häufiges Problem bei Frauen über 55 Jahren

Senkungszustände im Genitalbereich zählen zu den häufigsten Erkrankungen bei Frauen über 55 Jahren. Schätzungsweise jede dritte Frau in der Schweiz leidet an einer sogenannten Beckenbodensenkung. Dabei können die Gebärmutter, die Harnblase (Blasenvorfall), der Darm oder der Scheidenstumpf (nach einer Gebärmutterentfernung) betroffen sein. Häufig treten auch Kombinationen verschiedener Senkungen auf. Diese können unterschiedliche Schweregrade annehmen, bis hin zum kompletten Vorfall, bei dem die Organe aus der Scheide heraustreten. Angesichts der steigenden Lebenserwartung ist mit einer Zunahme dieses Krankheitsbildes zu rechnen, wobei das Lifetime-Risiko für eine Deszensusoperation aktuell bei 11% liegt.

Die Ursachen für Senkungszustände sind vielfältig: schwere Geburten, höhergradige Dammrisse, regelmäßige schwere körperliche Belastung durch Arbeit oder Sport, familiäre Bindegewebsschwäche, Hormonmangel in den Wechseljahren, Verletzungen durch Operationen, chronischer Husten (COPD), chronische Verstopfung und Übergewicht (Adipositas).

Je nach betroffenem anatomischen Kompartiment und dem Ausmaß des Senkungsgrades können die Beschwerden unterschiedlich sein. Typische Symptome sind Druck- und Fremdkörpergefühle, teilweise Unterbauch- und Rückenschmerzen, Probleme beim Geschlechtsverkehr sowie Schwierigkeiten beim Entleeren von Blase und Darm. Weitere mögliche Symptome sind ungewollter Urinverlust, häufiges Wasserlassen, Harnwegsinfektionen oder Verstopfung.

Eine rechtzeitige Diagnose und individuell angepasste Behandlung können die Lebensqualität der betroffenen Frauen erheblich verbessern.

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Ihre Gynäkologie am See AG

Dr. med. Matthias Werner